Dass das Leben in ständiger Bewegung ist und sich alles ununterbrochen verändert, und dass das einzig Beständige im Leben der Wandel ist, das ist inzwischen hinlänglich bekannt.
Dass wir gut daran tun, Veränderungen selbst einzuleiten, anstatt zu warten, bis das Leben uns dazu zwingt, ist auch nichts Neues.
Lesen Bücher.
Besuchen Seminare.
Lassen uns coachen.
Und sind so richtig gut dabei auf unserem Selbsterforschungs- und Veränderungstrip
Du erforschtst dich und bemühst dich, forschst und bemühst … und irgendwann fragst du dich, ob denn diese ständige Selbsterforschung und die ganzen Veränderungsbemühungen überhaupt etwas bringen.
Du hast wirklich die besten Absichten.
Du bemühst dich aufrichtig.
Und doch bemerkst du nichts oder nur kaum etwas von Veränderung .
Und das ist ganz schön frustrierend!
Irgendwann hast du einfach keine Lust mehr und willst alles hinschmeißen.
Doch Stop! Tu’s nicht! Schmeiß’ es nicht hin! Mach’ weiter!
Es lohnt sich – wenn du dich einmal auf den Weg begeben hast und mehr über dich und dein Leben herausfinden willst, dann ist das so wie mit allen anderen Lernprozessen auch: die Veränderungen sind manchmal sehr subtil und kaum bemerkbar.
Und oft ist es so, dass du zwei Schritte vorgehst und wieder einen zurückfällst. Und hin und wieder auch drei. Oder vier. Doch das macht nichts!
Wenn du das Gefühl hast, dass es zu langsam geht, dann lehn dich zurück und entspanne dich.
Und wenn du auf die Nase fällst, dann steh auf und schüttel den Schmutz ab. Und dann geh weiter. Sei beharrlich und ausdauernd!
Es geht mal bergauf, dann wieder bergab, vor und zurück … das ist völlig normal. Denn schließlich brauchen wir zwischendrin auch mal Pausen, um das Neue zu integrieren und wieder ins Gleichgewicht zu kommen.
Denn auch, wenn du manchmal das Gefühl hast, dass sich überhaupt nichts getan hat, kann es sehr gut sein, dass dir ganz unverhofft, in überraschenden Momenten, neue Fähigkeiten und Fertigkeiten zur Verfügung stehen. In der Weise, dass du vielleicht anders reagierst und auf neue Weise handelst.
Bemerke solche scheinbaren Kleinigkeiten und erkenne sie an.
Denn dies sind die Meilensteine auf dem Weg zur Meisterschaft des Lebens.
Durch die folgende Geschichte wird das sicher deutlicher:
Nun war dieser Schwertkämpfer ein Mensch von tiefer Entschlossenheit und großer Beharrlichkeit, und er verpflichtete sich selbst gegenüber, so lange zu meditieren, bis er das tiefste Geheimnis des Seins und des Universums durchdrungen hätte. Er war so sehr entschlossen, eher zu sterben als aufzugeben, dass es ihm schließlich gelungen war, seine Verpflichtung zu erfüllen: Er erlangte die große Erleuchtung.
Mit diesem Wissen wollte er nun auch seine Kunst des Schwertkampfes vervollkommnen und transzendieren. So setzte er sich abermals hin und meditierte sieben Tage und sieben Nächte lang. Als der Morgen des achten Tages heraufdämmerte, gab er, erschöpft und entmutigt, nichts erfahren zu haben, auf.
Niedergeschlagen und enttäuscht machte er sich auf den Weg nach Hause. Alle Hoffnung, das große Geheimnis zu durchdringen, hatte er fahren lassen.
Wie er so durch einen Wald ging, spürte er auf einmal eine bedrohliche Präsenz hinter seinem Rücken. Spontan und ohne nachzudenken drehte er sich um, wobei er blitzschnell sein scharf-gänzendes Schwert zog.
Sogleich wurde ihm klar, dass seine spontane Bewegung ihm das Leben gerettet hatte: Zu seinen Füßen lag ein Räuber, der seine Waffe noch in der Hand hielt. Nun wußte der Krieger, dass all sein Üben und Ringen um Erleuchtung und Transzendenz ihn an diesen einen Punkt führte, der ihm intuitiv das Leben rettete.
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